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Wale und Delfine: 

In der Straße von Gibraltar, der Meerenge zwischen Spanien und Marokko, gibt es zu allen Jahreszeiten eine starke Strömung aus dem Atlantik ins Mittelmeer hinein, da dort mehr Wasser verdunstet als über die Flüsse zugeführt wird. Dabei wird Tiefenwasser aus dem Atlantik über eine Unterwasserschwelle etwa auf der Linie Tarifa – Tanger geleitet, das sehr nährstoffreich ist. Dies führt zu großem Fischreichtum, der wiederum die Lebensgrundlage für die Wale und Delfine dort ist.

Ansässig sind dort der gestreifte Delfin, der gewöhnliche Delfin und der große Tümmler, Grindwale und je nach Jahreszeit Orcas und Pottwale. Finnwale passieren die Straße nur auf ihrem Weg vom und ins Mittelmeer.

Gefährdung: Durch den starken Schiffsverkehr – bis zu 300 große Seeschiffe passieren täglich diese Meerenge – und vor allem durch sehr schnelle Containerschiffe und Schnellfähren, die bis zu 80 km/h fahren, werden die Meeressäuger in ihrer Ruhe gestört, verletzt und vor allem im Schlaf oft einfach überfahren.

Deshalb fordert Katharina Heyer, die Schweizer Gründerin der Stiftung firmm (foundation for information and research on marine mammals) seit langem eine Geschwindigkeitsbegrenzung und entsprechende Routenwahl für die Containerschiffe und Schnellfähren.

Seit über 12 Jahren erforscht Katharina die Meeressäuger in der Meerenge, gemeinsam mit dem Meeresbiologen Jörn Selling, der als Reiseleiter an Bord der Kairós ist, mit uns die Tiere sucht und meistens auch findet. Jörn gibt neben einem Einführungsvortrag auf Wunsch auch viele Informationen über die Tiere und die Situation vor Ort.

Die Region:

Der Felsen von Gibraltar und der gegenüberliegende Djebel Sidi Musa (Mosesberg) in Marokko markierten in der Antike als ‚Säulen des Herkules’, das Ende der Welt.

Noch heute ist die Natur an dieser sehr windigen Straße überaus eindrucksvoll: Auf der nördlichen, spanischen Seite locken endlose Strände von Cadiz bis Tarifa Kiteund Windsurfer aus aller Welt an, dahinter dann die weiten Stierweiden Andalusiens oder aber die weißen Dörfer Bejer de la Frontera, Medina Sidona bzw. Ronda.

Faszinierend sind auch die letzten Hippie-Treffpunkte Europas in Tarifa oder Canos de Meca beim Cap Trafalgar, die Stadt Jerez mit seinem Sherry und dem Motorradmotodrom, Cadiz als Hafenstadt und Ausgangshafen der spanischen Entdecker und Eroberer oder aber Sevilla, die Weltstadt am Guadalquivir.

Es gibt sehr viel zu sehen entlang der wilden andalusischen Atlantikküste, die Gott sei Dank noch nicht so zugebaut ist wie die Mittelmeerstrände. Auf der afrikanischen Seite sind die quirlige Hafenstadt Tanger, aber auch die schönen Strände in der Nähe der Marina Smir südlich von Ceuta sehenswert, die sich leicht mit einem Abstecher in das nahe Tetouan oder aber einem Ausflug in die Berberdörfer des nahen Rifgebirges kombinieren lassen.

1. Tag: Ankunft in Gibraltar/La Linea

Nach einem 2 ½-stündigen Flug mit toller Sicht auf die Alpen und später die Pyrenäen landen wir in Malaga, der Geburtsstadt von Pablo Picasso. Hinter der Gepäckausgabe erwartet uns der Taxifahrer Pedro, der uns mit seinem Volvo nach La Linea bringt, der spanischen Hafenstadt direkt an der Grenze zu Gibraltar. Hier in der neuen Marina Alcaidesa liegt die Kairós. Wir geben zunächst das Gepäck an Bord ab, um die Zeit bis zum offiziellen Einchecken um 18.00 Uhr zu nutzen und uns Gibraltar anzuschauen. Wir gehen zu Fuß und sind nach ca. 15 Minuten an der Grenze. Sie macht mit ihrem Stacheldraht einen martialischen Eindruck. Die Spanier wollen verhindern, dass Kaufkraft in das mehrwertsteuerfreie Gibraltar (eine britische Kronkolonie und daher nicht in der EU) abfließt und kontrollieren die Einreisenden rigide. Mit dem Auto kann es schon mal über eine Sunde dauern. Doch zu Fuß ist es kein Problem und schnell sind wir da. Zu Fuß überqueren wir den Flugplatz und die Landebahn, nachdem wir wegen einer aus London kommenden Monarch Maschine einige Minuten an einer roten Ampel warten mussten. Danach nehmen wir den Bus, der uns bis zur Bahnstation der Seilbahn zum Upper Rock bringt. Oben auf dem 450 m hohen Felsen angekommen, bietet sich ein unbeschreiblicher Blick über die Bucht von Algeciras - mit zahllosen Schiffen, die hier betankt werdenund hinüber nach Marokko und Ceuta, der spanischen Enklave in Nordafrika. Hier leben auch die berühmten Affen von Gibraltar, dreiste Berberaffen, die versuchen, möglichst viel Essbares von den Touristen zu erhalten…. Zurück gehen wir zu Fuß und besichtigen noch die ‚Great Siege Tunnel’, in denen sich die Engländer erfolgreich 7 Jahre lang der spanischen Belagerung erwehrten. Doch viel Zeit ist nicht mehr und wir kehren nach Spanien zurück, um gerade noch rechtzeitig zum Welcome Drink auf der Kairós einzutreffen. Kapitän Ingo begrüßt die Gäste und erklärt das Schiff und die Sicherheit an Bord. Wir beziehen unsere Kabinen und machen uns mit den anderen Gästen bekannt. Im Laufe des Dinners an Deck lernt man sich schnell ein bisschen kennen.

2. Tag: Ceuta

Nach dem ausgiebigen Frühstück und der anschließenden Sicherheitseinweisung legen wir ab und fahren durch die vielen vor Anker liegenden Schiffe Richtung Afrika. Ein leichter West treibt die Kairós voran, alle Segel werden ausgerollt und wir passieren den Leuchtturm von ‚Europe Point’, der Südspitze von Gibraltar. Da sind gestreifte Delfine, sagt Jörn Selling und deutet auf eine Stelle in Lee voraus …Zwei, drei, vier und noch mehr. Schon kommen sie angesaust und umspielen den Bug der Kairós, sie begleiten uns bis fast nach Ceuta. Dort legen wir in der Marina Meridional an, einer Schiffswerft, in der auch die Kairós schon überholt wurde, und nutzen die Zeit zu einer Besichtigung dieser ziemlich großen spanischen Stadt in Afrika.

Bedrückend ist der Grenzzaun, der auf die Flüchtlingsproblematik verweist. Zahllose Schwarzafrikaner versuchen, über Ceuta nach Europa zu gelangen. Zum Abendessen sind wir alle wieder zurück, denn im Anschluss hält Jörn seinen Vortrag über die Meeressäuger und wir gucken uns auch noch den Film über Katharina Heyer und ihre Arbeit vor Ort an (‚The Last Giants’). Beeindruckt, aber nachdenklich gehen wir zu Bett…

3. Tag: Ceuta - Cadiz

Oh weh, denke ich mir am Morgen, denn nach einer ruhigen Nacht in der Werft ist jetzt ein starker Wind aufgekommen und bläst schon beim ans Deck-Kommen so, dass uns der Kaffee aus der Tasse schwappt. Levante, der heiße Ostwind aus der Sahara ist da. 30 kn Wind zeigt der Windanzeiger und dass im Schutz von Land!

Tja, sagt Kapitän Ingo, laut Wettervorhersage weht dieser Wind noch mindestens bis morgen Abend, deshalb schlägt er eine weite Fahrt bis nach Cadiz vor. Wir nützen die auflaufende Flut, um aus Ceuta auszulaufen. Vor der Hafeneinfahrt empfängt uns eine hohe See und trotz Reisekaugummi ist mir nicht ganz wohl zumute. Immer schön auf den Horizont schauen, rät mir die Stewardess Sophie, es dauert nicht lange, dann sind wir auf der anderen Seite und es wird ruhiger. In der Tat, unter den 3 Segeln braust die Kairós mit über 10 kn Fahrt dahin und liegt dabei erstaunlich ruhig. Beeindruckend auch die durch die Strömung hervorgerufenen Wellen, mal ist das Meer fast glatt, mal brodelt das Wasser regelrecht. Vorbei am südlichsten Punkt Europas in Tarifa fahren wir dicht unter dem Ufer entlang nach Nordwesten, wobei der Wind immer weiter nachlässt. Faszinierend die weiten Strände, hohe Dünen und dahinter die Berge Andalusiens. Schon am frühen Nachmittag umrunden wir das Cap Trafalgar, an dem Admiral Nelson 1805 die französisch-spanische Flotte schlug und Großbritannien für 150 Jahre die Seeherrschaft bescherte… Gegen Abend, der Wind hat weitgehend nachgelassen, laufen wir in die riesige Bucht von Cadiz ein, begleitet von einem großen US U-Boot, das die Marinebasis von Rota ansteuert. Unmittelbar hinter einem riesigen Kreuzfahrtschiff legt die Kairós an und Ingo wird zum Einklarieren per Polizeifahrzeug der Hafenpolizei zum Hafenmeister eskortiert. Nach dem Abendessen machen wir noch einen Bummel durch die Altstadt, wo uns aus zahllosen Bars Musik entgegenschallt und das Leben bis weit nach Mitternacht pulsiert.

4. Tag: Cadiz

Heute ist Hafentag und einige aus unserer Gruppe beschließen, einen Ausflug nach Jerez zu machen, während wir lieber durch Cadiz bummeln, die uralten Gummibäume, die Kathedrale und überhaupt die ganze Altstadt sind überaus sehenswert. Während des Abendessens beobachten wir das Hafenmanöver eines weiteren Kreuzfahrtriesen, der mit 14 Decks alles turmhoch überragt. Der Levante hat nachgelassen und wir wollen die Nachtstunden nutzen, um zurück nach Tarifa zu kommen. So legen wir noch vor Mitternacht ab und fahren unter Motor hinaus in den Atlantik. Ein unvergleichlicher Sternenhimmel tut sich über uns auf, während uns die atlantische Dünung in den Schlaf wiegt.

5. Tag: Wale

Schon am Morgen erreichen wir Tarifa, wo wir pünktlich zum Frühstück vor der Festungsinsel Anker werfen. Danach geht es noch per Dinghy mit Randolf, unserem Koch, zum Fischmarkt und wir durchstreifen das malerische ehemals maurische Städtchen. Doch Jörn drängt zum Aufbruch: „Wir wollen endlich Wale sehen“! Noch vor Mittag lichtet die Kairós ihren Anker und fährt nach Funkverkehr mit Tarifa Control quer über die Meerenge hinweg in Richtung Tanger. Als wir das südliche Verkehrstrennungsgebiet erreicht haben, rollen wir zwei Segel aus, stellen die Maschine und den Generator ab und lassen uns vor dem leichten Westwind und der Strömung treiben. Die großen Schiffe müssen alle einen Bogen um uns machen. ‚Pilotwale backbord voraus’, ruft Jörn schon nach kurzer Zeit, aber wegen einer überholenden Fähre können wir nicht darauf zufahren. Doch wir haben Glück, mit lautem Fiepen nähert sich uns eine Gruppe Pilotwale und beäugt uns neugierig: Die Gischt des Blases reicht bis an Deck… Die bis zu 6 m langen schwarzen Tiere mit dem Knubbelkopf reiben sich direkt am Schiffsrumpf und rollen um die eigene Achse. Die Kairós scheint ihnen zu gefallen. Immer mehr Grind- oder Pilotwale nähern sich unserem Boot, darunter auch eine Mutter mit einem Kalb. Von allen Seiten umschließen sie die Kairós… Auffallend ist der ständige Körperkontakt, den die Tiere miteinander pflegen. „Die sind ja völlig verschmust“ sagt Inne grinsend, eine junge alleinreisende Rechtsanwältin. Nach über zwei Stunden, in denen wir staunend und immer stiller werdend dieses Naturwunder bestaunen, setzen wir alle Segel und segeln um Ceuta herum nach Süden bis zur Marina Smir in Marokko. Da wir hier nur bei Flut einlaufen können, nutzen wir die Zeit, um vor Anker liegend ausgiebig zu baden und einige Gäste probieren hinter dem Dinghy das Wasserskifahren oder Wakeboarden. Nach dem Dinner können wir endlich in die moderne Marina einlaufen: ‚Willkommen in Afrika’, sagt Ingo, unser Kapitän.

Tag: Marina Smir – Teotuan

Am Morgen benötigen wir 2 Stunden und eine ‚Sondergebühr’ – da ein Passagier keinen Pass dabei hatte –, bis wir mit unserem Führer Rashid schließlich zu der geplanten Ausfahrt nach Tetouan aufbrechen können, Zeit, die wir zum Baden an dem tollen Strand direkt neben der Marina nutzen. Schließlich geht es mit einem Bus und 2 uralten Taxen über die neue Autobahn nach Tetouan, einer quirligen Stadt, deren Medina mit einer Stadtmauer aus Lehmziegeln noch vollständig erhalten und bewohnt ist. Es gibt ein arabisches, ein Berber-, ein jüdisches und ein christliches Viertel, jede Straße beherbergt andere Handwerker, Kupferschmiede, Gerber…‚Richtig Orient’, sagt Mike aus Berlin und ist völlig fasziniert. Am Abend und nach Besuch der obligatorischen Souvenir- und Teppichgeschäfte sind wir zurück in der Marina, wo wir Gäste die Crew zu einem Landdinner in einem sehr guten marokkanischen Restaurant in der Marina einladen. Nachts nutzt die Kairós die Flut um wieder auszulaufen.

6. Tag: Smir – Gibraltar

Nach einem weiteren Abstecher entlang einem Felsenvorsprung südlich von Smir, wo wir mit den Dinghys eine Höhlentour machen, segeln wir zurück nach La Linea in die neue Marina Alcaidesa. Ein letztes Mal begleiten uns Delfine, große Tümmler sind es diesmal. Am Abend findet das große Kapitäns- Dinner und die Crew verabschiedet sich von den Gästen.

7. Tag:

Es fällt schwer Abschied zu nehmen, aber bevor wir am Abend wieder unseren Flug nach Deutschland ab Malaga nehmen, möchten wir noch das Picasso Museum in Malaga besuchen. Es war ein toller, überaus ereignisreicher und vielseitiger Törn.

So oder ganz anders könnten Sie Ihre Reise auf der Kairós erleben.

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